Warum diese Seite?

Sinn und Zweck dieser Webseite ist es Informationen zu Clickertraining mit Pferden zu teilen. Dies  ist eine deutschsprachige „Spiegelseite“ zu der Webseite von Alexandra Kurland „The Click That Teaches“, um ihre Methode denen näherzubringen, die die Informationen lieber auf Deutsch haben. Es gibt bereits einige Schülerinnen von Alexandra in Deutschland, die  jedes Jahr einen Kurs in mit Alexandra in Deutschland organisieren. Dazu gibt es auch ein Internet Forum, das sehr hilfreich ist. Diese Webseite versucht Alexandras Methode strukturiert zu erklären, vor allem für diejenigen, die sich erst seit Kurzem mit Clickertraining beschäftigen. Alexandra hat mich ermutigt diese Webseite zu entwickeln und sie ist komplett involviert bei der Entwicklung und Gestaltung.

Was ist Clickertraining?

Was kann man mit Clickertraining trainieren?

Alles was du willst.

Denkst du, Clickertraining ist gut für Tricktraining? Stimmt!

Crackers und sein Besitzer, Bob Viviano, hatten viel Spaß mit ihren „geclickten“ Tricks. Sie unterhielten Erwachsene und Kinder in Altenheimen, Kindergärten und Sommerfesten. Crackers und Bob versuchten sogar den Guiness Rekord  für die meisten Menschen (plus ein Pferd) beim Line dance zu brechen. Sie waren nah dran, aber dem Rekord haben sie nicht gebrochen. Crackers erste Clickertraining Stunde war in 1993 als er 10 Jahre alt war. 2012 ist Crackers im Alter von 30 Jahren gestorben.

 

Denkst du, Clickertraining ist gut für gute Manieren und Bodenarbeit? Stimmt!

Clickertraining macht Spaß! Oliver ist ein PMU Fohlen, d.h. ein „Nebenprodukt“ der Produktion eine Östrogen Ersatz Präparats das aus dem Urin trächtiger Stuten hergestellt wird (Pregnant Mare Urine). Er hatte das Glück eine zuhause zu finden an Stelle des Schlachters. Seien Besitzerin, Kerri Gorman, nutze Clickertraining um mit ihm eine tolle Beziehung aufzubauen. In diesem Video ist er erst ein Jährling. Als 2-jähriger ist Oliver auf der DVD #6 „Shaping on a point of contact“ zu sehen. Inzwischen ist er ausgewachsen und ein Clicker Superstar!

 

Denkst du, Clickertraining ist gut für die Balance? Stimmt!

Robin, Alexandra’s Cleveland Bay/Vollblut Mix in wunderbarer Balance und Kadenz. Als dieses Video aufgenommen wurde war Robin 3-jährig und noch nicht geritten. An ihm wurden nie Hilfszügel benutzt. Diese wunderbare Balance wurde ausschließlich mit dem Klicker trainiert.

Denkst du, Clickertraining ist gut für die Arbeit unter dem Sattel? Stimmt!

Beauty, ein Angloaraber war 17 Jahre alt als dieses Video von einem Vielseitigkeitsritt aufgenommen wurde. Bei ihr sieht der Ritt ganz einfach aus! Beauty ist ein Clickerpferd. Sie und ihre Besitzerin, Marla Foreman, nehmen regelmäßig an Alexandras Kursen teil. 

 

Denkst du, Clickertraining setzt neue Ziele für die Ausbildung von Pferden? Stimmt!

Panda, ein Minipony, ist ein Blindenführpony. Ihre ganze Ausbildung wurde mit Clickertraining ausgeführt. Als dieses Video aufgenommen wurde war Panda 6 Jahre alt. Jetzt ist sie 10 und ist sehr glücklich mit ihrer Arbeit als Blindenführpony. Mehr Information zu Panda gibt es auf der Panda Projektseite.

 

Wenn du dir nicht sicher bist was Clickertraining ist, oder was man mit Clickertraining machen kann: Sei bereit wundervolle Entdeckungen zu machen!

Das Einfahren von Pferden vom Boden aus ist nicht nur eine wichtige Übung für Kutschpferde, sondern auch für Reitpferde. In diesem Video hat Magic, ein Tennessee Walker, seine erste Lektion im Einfahren. Aber es sieht doch irgendwie anders aus als erwartet. Es gibt keine Zügel! Magic ist komplett frei und er trägt sich selbst in einem schönen Gleichgewicht. Die vorbereitenden Übungen wurden alle mit dem Clicker trainiert. Magic ist auch ein regelmäßiger Teilnehmer an Alexandras Kursen.

 


Clickertraining macht Gewöhnliches Außergewöhnlich!

Clicker Anfänge

von Alexandra Kurland (Original in Englisch)

1993 unterhielt ich mich mit einer Freundin, die Irische Wolfshunde trainiert. Sie erwähnte Karen Pryors Buch „Dont shoot the dog“. „Das hast du bestimmt gelesen,“ sagte sie ganz nebensächlich.

Ich hatte es nicht gelesen, ich hatte noch nicht einmal etwas davon gehört. Wäre der Titel des Buches „Don’t shoot the horse“, vielleicht wäre ich darauf aufmerksam geworden, aber so war die Hundewelt im Vorteil etwas über Clickertraining zu erfahren.

Wegen der Art und Weise, wie meine Freundin über „Don’t shoot the dog“ sprach, wusste ich, dass ich es auf meine Leseliste setzten musste. „Don’t shoot the dog“ muss eigentlich auf jedermanns Leseliste. Es ist kein Buch über Hundetraining.  Es ist noch nicht mal ein Buch über Clickertraining. Tatsächlich ist es eine sehr klare  Erklärung der angewandten operanten Konditionierung. Lass dich aber nicht von diesen Worten abschrecken. Es bedeutet nur, dass es in sehr klaren und leicht zu verstehenden Worten unser Verhalten erklärt.


Mastiffs und Elefantenbullen


Ich war fasziniert von dem was Karen Pryor über Clickertraining schrieb, also bestellte ich zwei ihrer frühen Videos. Die Videos enthielten kurze Filme von Hundetraining Kursen, die Karen zusammen mit dem Hunde Verhaltensforscher Gary Wilkes, gab. Zwei Videoclips waren besonders herausragend für mich. Eines war mit Gary, der einen 12 Wochen-alten Mastiff Welpe das Sitz-signal beibringt. Ich kannte nur die Art Hundetraining „Drücke-das-Hinterteil-des-Hundes-auf-den-Boden-und-ziehe-gleichzeitig-am-Halsband“. Ich hatte noch nie zuvor so etwas gesehen. Gary hat den Hund nicht angefasst. Er hat manchmal etwas Futter als Lockmittel benutzt. Der Welpe schaute hoch zu Garys Hand, dabei senkte sich ihr Hinterteil zum Boden. Click! Gary gab ihr etwas Hot Dog. Das wiederholte er ein paar Mal, dann benutzt er kein Futter mehr zum Locken, sondern signalisierte nur die Bewegung mit der Hand und der Welpe setzte sich.

Ein paar Clicks weiter, legte sich der Welpe bereits auf den Boden. Gary konnte sich von ihm fort bewegen und er blieb am Platz. Es gab keine geschrienen Kommandos, kein Gezerre an der Leine. Es war komplett anders von der Welpenerziehung, die  ich von den lokalen Hundeschulen kannte.

Das andere Video wurde präsentiert von Gary Priest, dem Direktor für Training am San Diego Zoo. Er zeigte eine Pilotstudie in der sie Clickertraining bei einem Afrikanischen Elefantenbullen anwendeten. Dieser Elefant hatte seinen Trainer bereits mehr als einmal angegriffen, deshalb wurde beschlossen, dass keiner zu ihm in das Gehege gehen durfte. Das bedeutete aber, dass der Elefant nicht seine übliche Fußpflege bekommen konnte, die sehr wichtig  für Tiere in Gefangenschaft.

Gary und sein Trainingsteam benutzten Clickertraining, um dem Elefanten beizubringen, einem Objekt (Target) zu folgen. Sie benutzten dieses Objekt, um den Elefanten zum Tor seines Geheges zu bringen. Sie machten ein kleines Fenster in das Tor, groß genug dass der Elefant seinen Fuß hindurch strecken konnte. Diese Video zeigte den ersten Erfolg des Elefanten seinen Fuß durch das Fenster zu strecken für die Fußpflege.

An einer Stelle im Video sagte Gary „Ich kann nicht genug betonen, wie aggressiv dieser Elefant ist, und hier steht er ohne festgehalten zu  werden, nur für die soziale Aufmerksamkeit und einen Eimer Futter.“

Als ich das sah, dachte ich: „Wir in der Pferdewelt haben noch viel zu lernen“. Was machen wir mit einem Pferd, das schwierig ist und sich nicht die Hufe machen lässt? Wir bringen die Nasenbremse und „drei Männer und einen Jungen“  um es festzuhalten. Und hier ist dieser Elefant, der ohne jegliches Festhalten dasteht und mit seinen Tierpflegern kooperiert.


Erste Eindrücke


Ich denke dies hat mich besonders beeindruckt weil mein Vollblut, Peregrine, zu dieser Zeit wegen Hufabszessen in beiden Vorderfüßen in Boxenruhe war. Ich wollte etwas mit ihm machen um ihn zu unterhalten während dieser Stallruhe, die am Ende sieben Wochen lang war und ich war neugierig auf Clickertraining. Mein Hintergrund war Verhaltenswissenschaften, deshalb war es nach diesen zwei Videos ganz normal, dass ich mit Clicker und Futter zum Stall ging, um es auszuprobieren.

Es gab keine Bücher, die einem erklären konnten, wie man ein  Pferd mit dem Clicker trainiert. Ich musste mir selbst etwas ausdenken. Peregrine konnte nicht laufen, er konnte fast gar nichts machen. Aber er konnte ein Objekt mit der Nase berühren, also begann ich damit. Ich hielt eine Dressurgerte vor seine Nase, und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Peregrine liebte dieses neue Spiel. Es war unterhaltsam für uns beide, und als es ihm langsam besser ging und mobiler wurde, experimentierte ich weiter mit dem Clicker.

Peregrine war 8 Jahre als ich mit dem Clicker anfing. Zu dem Zeitpunkt als ich dies schrieb, war er 26. Er lebt seit 18 Jahren in einer Clickertraining Welt. Er war mein „Versuchskaninchen“, half mir diese neue Technologie zu untersuchen, die wir Clickertraining nennen.


Mein  „Versuchskaninchen“-Pferd


Peregrine war das perfekte Pferd für die Rolle des Versuchskaninchens. In vielerlei Hinsicht war er ein wunderbar gut trainiertes Pferd, aber alles Training wurde durch eine schreckliche körperliche Sache untergraben. Peregrine wurde bei seiner Geburt verletzt. Seit jungem Fohlenalter blockieren seine Kniegelenke. Während andere Reiter lernten Dressuraufgaben für Turniere zu reiten, lernte ich dieselben Bewegungen dazu zu benutzen ihn gesund zu halten.

Als ich nach sieben Wochen Boxenruhe wider anfangen konnte Peregrine an der Hand zu führen, erwartete ich „Vollblut Momente“, d.h. einige wild Luftsprünge, oder wenigstens etwas Scheuen. Aber sie kamen nicht. Stattdessen wechselte er sanft zurück zur normalen Arbeit. Tatsächlich war er in seinem Training weiter, als bevor er lahm wurde. Als ich wieder anfing ihn zu reiten, fügte ich den Clicker hinzu. Da er nicht mehr in Form vor, begann ich mit sehr einfachen Dingen. Das war perfekt für die ersten Erkundungen, wie man den Clicker beim Reiten benutzen kann.

Als ich clickte und mit der Hand nach vorne reichte, um Peregrine die Belohnung zu geben, konnte ich ihn fast sagen hören: „Oh, das war es was du wolltest. Warum hast du das denn nicht früher gesagt?“.

Während dieser ersten Saison des Reitens mit dem Clicker, habe ich alles was ich Peregrine jemals beigebracht habe, nochmals mit dem Clicker trainiert. Er machte in seinem Training einen großen Sprung nach vorne.  Bevor der Stallruhe, kannte er bereits etwas Piaffe und Spanischer Schritt an der Hand. Spanischer Schritt half ihm bei mit den blockierenden Kniegelenken.  Sein Rücken war nicht stark genug um so elegant auszusehen wie ein Andalusier, aber es half dass seine Knie nicht blockierten, wenigstens solange er aktiv und versammelt war. Sobald sein Gleichgewicht aber wieder Richtung „Weidegangart“, blockierten seine Kniegelenke schnell und fest.  Seine übliche Strategie um sie wieder freizubekommen war entweder rückwärts zu gehen oder explosives Vorwärtsbuckeln. Rückwärts war in Ordnung, aber das Buckeln war eine andere Sache.

Aber wahrend des erstens Wintern mit Klickertraining passierte etwas Außergewöhnliches. Da Peregrine  mehr und mehr lernte selbstständig seine Balance zu finden mit Hilfe des Klickers, blockierten seine Kniegelenke nicht mehr. Da wusste ich, dass Clickertraining viel wertvoller ist als die anderen Trainingsmethoden die ich bisher erkundet hatte. 


Den Verstand des Pferdes erreichen


Mit den vielen Trainingsmethoden die ich in meinem sehr vielseitigen „Werkzeugkoffer“ hatte, konnte ich effektive eine ganze Reihe von Trainingsproblemen lösen. Und Peregrine war nicht das einzige Pferd mit dem ich arbeitete. Ich hatte eine lange Kundenliste mit Pferden vom Typ „Hinterhofpferd“ bis Sportpferde auf hohem Niveau in verschiedenen Disziplinen. Was ich bereits machte funktionierte. Aber Clickertraining gab mir noch etwas dazu. Karen Pryor hat ihr neuestes Buch „Reaching the animal mind“ (den Verstand des Tieres erreichen), und ich denke, dies ist eine wunderbar akkurate Beschreibung von Clickertraining.

Mit der Hilfe des Clickers lernte Peregrine seinen Körper zu organisieren. Er hörte damit auf in den Kniegelenken zu blockieren. Beide Knie blockierten schnell und fest während der letzten acht Jahre. Ich konnte das verhindern wenn ich ihn ritt. Ich konnte ihn in eine Balance bringen, die seine Knie nicht blockieren ließ, aber sobald ich ihn  frei ließ, verfolgten sie jede Gewichtsverlagerung. Aber jetzt, mit Clickertraining, blockierte er einfach nicht mehr. Manchmal sehe ich die Knie etwas festwerden, und ich merke diesen Effekt beim Reiten, aber dieses harte, feste Blockieren war weg.

Wenn ich vorher interessiert war, dann war ich jetzt wirklich und total begeistert. Ich fing damit an Clickertraining mit meinen Kunden zu teilen. Bei jedem Pferd sahen wir große Fortschritte in ihrem Training. Wenn wir bei manchen Pferden ein Plateau erreicht hatten, machten wir auf einmal große Fortschritte und wir konnten mit Übungen beginnen, von denen ich nicht erwartet hatte, dass wir sie jemals mit diesen Pferden erreichen wurden.

Aber was sich wirklich veränderte war die Beziehung, die Menschen mit ihren Pferden hatten. Als ich eine Kundin nach ihrem Eindruck über Clickertraining fragte, dass sie immer alle Trainingsmethoden genoss, die ich mit ihr geteilt hatte, aber Clickertraining war ihr Favorit, wegen der Art wie es die Beziehung mit ihrem Pferd vertieft hat. Für mich sagt das alles.


Clickertraining mit deinem Pferd


Clickertraining macht so viel Spaß, das möchte man einfach teilen. Ich fing an lange Artikel darüber zu schreiben und teilte sie auf den frühen Foren zu Pferdetraining, die anfingen im Internet zu erscheinen. 1996 schrieb ich Artikelserie über die Grundlagen in Clickertraining, die ich auf meine Webseite veröffentlichen wollte. Aber ich war mit nicht sicher ob ich den Begriff „Clickertraining“ benutzen durfte. Ich wusste nicht es ein geschützter Begriff war also schrieb ich eine email an Karen Pryor. Ich schickte ihr die Artikel und fragte nach ihrer Erlaubnis den begriff „Clickertraing“ zu benutzen. 24 Stunden später hatte ich ihre Antwort. Sie erlaubte mir nicht nur den Begriff zu benutzen sondern fragte mich, ob ich ein Buch schreiben möchte für ihr Unternehmen, Sunshine Books.

Dieses Buch „Clickertraining for your horse“ wurde 1998 publiziert. Es folgten zwei weitere Buecher und eine Reihe DVDs (bis jetzt 21 Lektionen).

Was in diesen Büchern und DVDs präsentiert wird ist ein komplettes Trainingsprogramm. Im Kern ist Clickertraining sehr einfach. Wenn dir etwas gefällt, klicke und verstärke mit Belohnung, so könnte man Clickertraining zusammenfassen. Aber einfach ist nicht immer leicht. Pferde sind komplexe Tiere. Und sie sind groß. Wie du beginnst, wie du den Clicker einführst, wie du die ersten Grundlagen aufbaust kann den Unterschied machen zwischen einem Clickermonster und einem Clicker Superstar.

Und wenn das Pferd den Clicker verstanden hat? Was dann? Mein Spezialgebiet ist Balance. Das habe ich die letzten mehr als 30 Jahre erforscht mit intensiver Trainingerfahrung. Meine eigenen Pferde haben mich dorthin gebracht. Ich nenne es „Reiten mit einer gesunden Wirbelsäule“. Darum geht es in meinen Büchern, DVDs und dieser Webseite. Es ist die Untermauerung jedes guten Trainings, egal welche Disziplin, egal welche Rasse.

Auf dieser Webseite triffst du viele verschiede Pferde und ihre Reiter. Das ist eine der großen Stärken von Clickertraining. Es stärkt einen selbst. Und es ist inklusiv. Du wirst Pferde verschiedener Größe, Alter und Rasse sehen. Du wirst Amateure und professionelle Reiter sehen. Clickertraining ist für Jeden! Wenn du neu bist in der Pferdewelt, gibt dir Clickertraining einen großartigen Rahmen den du benutzen kannst um grundlegende Fähigkeiten erlernen um mit Pferden umzugehen und die zu verstehen. Und wenn die ein erfahrener Reiter bist, erwartet dich ein Genuss. Clickertraining vergrößert nicht nur die Dinge die du tun kannst, sondern auch was du über Pferde denkst.


Viel Spaß! Wir sind alle Pioniere im Entdecken dieser neuen Trainingswissenschaft: Clickertraining.


Alexandra Kurland (©2011) 

http://www.theclickercenter.com/about.html